Wenn ein ökumenischer Gottesdienst in der St.-Viktor-Kirche mit den ‚Toten Hosen‘ beginnt, dann muss es ein besonderer sein, „Wir machen alte Kisten auf, hol’n unsere Geschichten raus“. Die Ev. Kirchengemeinde Schwerte und der Caritasverband Unna hatten eingeladen und mehr als hundert Gäste waren gekommen, überwiegend Mitarbeitende aus den diakonischen Einrichtungen.
Und genau so hatte sich die 65-jährige Sozialarbeiterin ihren Abschied gewünscht. „Vor 40 Jahren wurde ich in St. Viktor in meinen Dienst eingeführt, und hier schließt sich dieser Kreis wieder.“ Dazwischen eine beeindruckende berufliche Karriere mit nachhaltigen Spuren in Schwerte und darüber hinaus. Angefangen hatte es schon 1984 mit dem Anerkennungsjahr bei der Diakonie, danach dort ‚Fachkraft‘, viel Initiative, neue Projekte, Leitungsverantwortung. Eine wichtige Station: der Aufbau und die Entwicklung des Schwerter Netzes als Verbundgesellschaft mehrerer kirchlicher Träger; bis heute unter ihrer Geschäftsführung ein maßgeblicher Akteur der Jugend- und Erziehungshilfe mit drei Standorten im Kreis Unna. Und nicht zuletzt die Einrichtungen der ‚Ev. Kita-Gruppe‘, deren Geschäftsführung sie auch seit vielen Jahren leistet.
Nun aber hieß es, auf Wiedersehen sagen. Dabei ging es mehr um das Miteinander, von Vertrauen und Menschlichkeit und von Dankbarkeit war viel die Rede, und das merkte man. In einem gekonnten Dialog stellten Pfarrer Hartmut Görler und Caritas-Vorstand Ralf Plogmann, auch Theologe, Verbindungen her von der Zachäus-Geschichte aus dem Neuen Testament zur Verabschiedung von Ute Frank. Und es gab natürlich die „Geschichten aus den alten Kisten“, so von der Kita-Gruppe amüsant liebevoll und verblüffend treffend vorgetragen. Zwischendurch immer wieder stimmungsvolle Musik durch den Schwerter-Netz-Chor unter der Leitung von Peter Blaschke und Instrumentalbegleitung von Sandra Kubat und Bodo Brauer. Am Ende der Segen von Hartmut Görler und Ralf Plogmann, so wie es auch vor 40 Jahren angefangen hatte.
An diesem Nachmittag waren sehr unterschiedliche Gefühlsregungen in der St. Viktor-Kirche zu spüren. Es wurde herzhaft gelacht; man sah oft Tränen der Rührung, und immer wieder wurde begeistert applaudiert. Dies setzte sich bei einer Feier der Mitarbeitenden des Schwerter Netzes fort, wo sie mit stehenden Ovationen empfangen wurde und herzliche Abschiedswünsche entgegennahm.
Eine runde Sache für Ute Frank, der das zu gönnen war. Wir werden sie sehr vermissen!







